Pfeifertag

ganzen schönen Tag lang!

Freitag, 15. August 08
Auf der Rossmoosalm

Die ursprünglichste Form der Volksmusik!

Da Herrgott kann nit weit sein,
Da müasst i mi irrn.
Na, er sitzt mittn drinn
Und tuat dirigiern.

Die Zeilen dieses kleinen Gedichtes könnte man als Motto für den kommenden Pfeifertag verwenden, so gut passen diese Worte dazu. Wenn man vom Pfeifertag oder von den Pfeifern spricht, dann meint man im Salzkammergut den Tag der „Seitlpfeifen“ oder die „Seitlpfeifer“.

Am 15. August 2008 wird der Pfeifertag auf der Bad Goiserer Rossmoosalm im Zuge der Landesausstellung „geigen, gwand & goiserer“ stattfinden. Die Gelegenheit, auch diese Landesausstellung im Schloss Wildenstein zu besuchen, sollte man – und Frau - sich nicht entgehen lassen.

Ab 8 Uhr gibt es einen Zubringerdienst bis zum Berghotel Predigstuhl
1. vom Marktplatz von Bad Goisern
2. vom Parkplatz beim Hofer-Markt
Vom Berghotel Predigstuhl ist die Rossmoosalm zu Fuß auf einem gut befestigten Wanderweg gemütlich in ca. 20 Minuten zu erreichen.

Parkmöglichkeiten gibt es in Bad Goisern kostenlos :
hinter dem Gemeindeamt
beim Landesausstellungsgebäude Schloss Neuwildenstein
beim Hofer-Markt
auf kleineren Parkflächen, die über das gesamte Ortsgebiet verteilt sind

Die „Seitlpfeife“ ist eine Querflöte aus Holz, ein kleines aber feines Instrument, es ist quasi unverwüstlich, sodass man es überall hin mitnehmen kann. So mancher Sommerfrischler wird erstaunt gewesen sein, wenn im Gasthaus oder auf der Alm plötzlich einige Goiserer in die Innentasche ihres grünen Rockes griffen, eine Seitlpfeife herauszogen und einfach aus der Freude am Beisammensein und der Freude an der Musik plötzlich am Stammtisch zu spielen begannen.
Das gibt es in dieser Form wohl wirklich nur noch im Salzkammergut, unorganisiertes, echtes Brauchtum. Die Seitlpfeife in ihrer heutigen Form ist seit dem Mittelalter unverändert geblieben. Aus ihr lässt sich viel herausholen, am beliebtesten sind Märsche, Steirer, Landler, wozu sich trefflich das Tanzbein schwingen lässt, und Jodler.

Gegründet wurden die Pfeifertage im Jahr 1925 vom damaligen Bergmeister der Salinen in Bad Aussee, Leopold Khals.

Damals gab es nur mehr wenige Pfeifer im Salzkammergut und das Spiel mit den Schwegel- bzw. Seitelpfeifen drohte auszusterben. So kam Leopold Khals auf die Idee, einen Pfeifertag abzuhalten, wo sich alle Pfeifer, Trommler und Maultrommler einfinden sollten um das vorhandene Liedgut zu pflegen.

Das geschah am 15. August 1925 auf der Blaa-Alm in Altaussee. Ca. 15 Pfeifer trafen sich zum ersten Pfeifertag. Hier wurde festgelegt, dass fortan der Pfeifertag jedes Jahr, immer am 15. August an einem, das Jahr zuvor festgelegten Treffpunkt im Salzkammergut (Oberösterreich, Salzburg oder Steiermark) staffinden sollte.
Jeder Pfeifer sollte versuchen, junge Pfeifer anzulernen und zum Pfeifertag mitzubringen. So wuchs im Laufe der Zeit die Zahl der „Seitlpfeifer“ stetig an.
Im Jahr 1929 wurde die erste Radioübertragung vom Pfeifertag durchgeführt.

Nach einer Unterbrechung durch den 2. Weltkrieg von 1939 bis 1945 begannen die Pfeifertage wieder in Bad Ischl auf der Hoisenradalm und werden seit dieser Zeit jedes Jahr auf einer anderen Alm im Salzkammergut durchgeführt.

Um die ursprüngliche Tradition der Pfeifertage aufrecht zu erhalten, wurde im Sinne des Gründers der Pfeifertage, folgender Modus gefunden: „Bis 12 Uhr Mittags dürfen keine anderen Instrumente als Trommeln, Pfeifen und Maultrommeln erklingen. Erst nachdem um 12 Uhr der nächste Pfeifertag (in Form eines Gedichtes) verkündet wurde, darf auch mit anderen Instrumenten gespielt werden.“

Der Beginn des Pfeifertages ist bereits der frühe Morgen (ca. 7 Uhr). Nach und nach trudeln die Pfeifergruppen ein, ein ungezwungenes freies Spielen beginnt. Jeder sucht sich einen Platz nach Lust und Laune. Es gibt kein fixes Programm. Echtes Brauchtum braucht kein Programm, es organisiert sich von selbst. Wenn man echte, unverfälschte Freude am alten Brauch, an der echten Volksmusik und am Tanz - und damit auch am Leben an sich – miterlebt haben will, muss man einmal beim Pfeifertag dabei gewesen sein.

 











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